Erstinformation und Erstberatung

Jede Zahnspangenbehandlung beginnt mit Erfassung der Gründe, warum ein Patient/Mensch eine kieferorthopädische Beratung bzw. Behandlung wünscht. Da die Zahnspangenbehandlung Zeit und Geld kostet sowie Gesundheitsrisiken, wenn auch minimal, mit sich bringt, ist es wichtig, dass eine Behandlung vorhersagbar einen Nutzen für den Patienten bringt. Mit anderen Worten, eine Zahnspangenbehandlung bedarf guter und berechtigter Gründe für den individuellen Menschen.

Deshalb wird in der Erstberatung erfragt, aus welchen Gründen und Anlässen unsere Beratung gewünscht wird. Welche Motive und Erwartungen bestehen bezüglich der Behandlung? Diese Fragen sind deshalb wichtig, weil sie entscheidend sind, ob man sich für eine kieferorthopädische Behandlung überhaupt entscheidet oder für welche von mehreren Behandlungsmöglichkeiten.

Eine kürzlich durchgeführte Studie ergab, dass besser informierte Patienten, die aktiv mitenscheiden, aufgrund verständlicher Informationen bessere Ergebnisse nach der Behandlung erhalten (Sheperd, H.L. et al., 2011). Hingegen sind Behandlungsergebnisse und -zufriedenheit schlechter, wenn Patienten nicht verständlich und richtig informiert sind (Baird et al., 2003).

Die Erfassung dieser wichtigen Informationen geschieht einmal vor der Beratung durch die Aushändigung von Formularen. Zu diesem Zeitpunkt erhalten Sie auch grundlegende, auf wissenschaftichen und persönlichen Erkenntnissen beruhende Informationen zur Zahnspangenbehandlung wie Dauer, Risiken oder Kosten. (Gute Praxis Gesundheitsinformation).

Nach der Erfassung der Gründe für die Beratung/dem Wunsch auf Behandlung und dem Verständnis der Grundinformationen folgt die klinische Untersuchung, um den Zahnstatus und die Zahnstellung zu beschreiben.

Im nächsten Schritt können wir aufgrund der gewonnenen Informationen und den Grundinformationen einen ersten Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten geben, einschließlich der Möglichkeit abzuwarten und die Gebisssituation/-entwicklung zu beobachten.

Falls wir uns für eine der Behandlungsmöglichkeiten entscheiden, folgt als Nächstes die Entscheidung, ob weitere diagnostische Maßnahmen nötig sind: Fotografien, Gipsmodelle, Röntgendiagnostik.

Häufig sind lediglich Fotografien und Gipsmodelle ausreichend. Falls eine rechtfertigende Indikation (Grund) für ein Röntgenbild besteht, informieren wir Sie und holen Ihr Einverständnis ein. Denn Röntgenbilder sind generell schädlich und müssen nach Möglichkeit vermieden werden.

Falls wir uns für das Abwarten und/oder Beobachten der Gebisssituation/-entwicklung entscheiden, vereinbaren wir einen neuen Termin mit Ihnen oder Sie melden sich bei Bedarf bei uns.

Quelle:

  • Shepherd HL et al. Three questions that patients can ask to improve the quality of information physicians give about treatment options: a cross-over trial. Patient Educ Couns. 2011 Sep;84(3):379-85.
  • Baird JF1, Kiyak HA. The uninformed orthodontic patient and parent: treatment outcomes. Am J Orthod Dentofacial Orthop. 2003 Aug;124(2):212-5.
  • Gemeinsam gut entscheiden
  • Gute Praxis Gesundheitsinformation
  • Heege, ter Gea (edt). Euro-Qual. Towards a Quality System for European Orthodontic Professionals. Biomedical and Health Research. IOS Press. 1997